Geschichte des Schlossmuseums

Anfang der 1980er Jahre beschloss die Gemeinde Ismaning, den ehemaligen Kutscherbau des Schlosses, in dem u.a. das Lager des gemeindlichen Bauhofs untergebracht war, durch einen Neubau zu ersetzen. Im neuen Kutscherbau, der in Absprache mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege nach historischem Vorbild gestaltet wurde, bot das großzügige Treppenhaus genug Platz für eine Sammlung zur Orts- und Schlossgeschichte. Sie entstand auf Anregung von Prof. Dr. Bruno Rimmelspacher, von gemeindlicher Seite unterstützt vom damaligen geschäftsführenden Beamten Max L. Hartl. Konzept und Ausstellungsgestaltung entwickelte der Historiker und SZ-Redakteur Dr. Rudolf Reiser. Nach zweijähriger Vorarbeit konnte das „Schlossmuseum im Kutscherbau“ am 26. Juli 1986 eröffnet werden. Im Jahr darauf wurde das Museum, mit weiteren Exponaten ergänzt, bereits um einen Kellervorraum vergrößert.

War die Präsentation im Kutscherbau zunächst nur als Dauerausstellung konzipiert, kamen seit Mitte der 1990er Jahre regelmäßige Sonderausstellungen hinzu, die die Popularität des Schlossmuseums steigerten. Ankäufe sowie Leihgaben und Geschenke aus der Ismaninger Bevölkerung führten dazu, dass die Sammlung in den folgenden Jahren fortwährend weiter wuchs, quantitativ wie qualitativ, und es zeichnete sich ab, dass neue Räumlichkeiten nötig wurden.

Der Umzug der Gemeindebücherei aus dem Gärtnerhaus der Ismaninger Schlossanlage in das Kultur- und Bildungszentrum Seidl-Mühle brachte schließlich die Lösung: das Gärtnerhaus bot genug Platz für eine Übersichtsdarstellung zur Ismaninger Geschichte und zusätzliche Sonderausstellungen. Nach über 20 Jahren, in denen die Dauerausstellung nahezu unverändert blieb, verabschiedete sich daher das Schlossmuseum im Januar 2008 aus dem Kutscherbau. Übergangsweise konnten Teile der Sammlung im frisch renovierten Torfbahnhof, dem einstigen Arbeiterwohnhaus an der Torfbahn, gezeigt werden.

Das Schlossmuseum befindet sich nun im Gärtnerhaus, inmitten des kleinen Ismaninger Schlossparks, der 1807 von Friedrich Ludwig von Sckell vom Barockpark zum Englischen Garten umgestaltet wurde. Das ursprüngliche Gebäude entstand zwischen 1810 und 1816 als Gärtnerei und Gesindehaus. 1980 wurde es abgerissen und an gleicher Stelle als Büchereigebäude neu errichtet. Die historische Fassadengestaltung wurde dabei übernommen.

Den Umbau des Gärtnerhauses von einer Bücherei zu einem modernen Museumsgebäude führte von Oktober 2009 bis Ende Februar 2010 das Architekturbüro „hein kreinecker messner gbr“ durch, Überlegungen und Wünsche der Museumsleitung und der „Landesstelle für nichtstaatliche Museen“ flossen in das Konzept ein. Die Gestaltung der Dauerausstellung übernahm das Büro Frank Müller, München.

Am 14. Juli 2010 war es schließlich soweit: das „Schlossmuseum Ismaning“ eröffnete mit einer völlig neuen Gestaltung im grundrenovierten Gärtnerhaus. Zusammen mit den Prunkräumen im Schloss (heute Rathaus der Gemeinde), dem Kallmann-Museum in der ehemaligen Orangerie und der Galerie im Schlosspavillon bildet das Schlossmuseum nun das historisch-kulturelle Zentrum Ismanings.

Das Schlossmuseum Ismaning ist eine Einrichtung der Gemeinde Ismaning und (wie das Kallmann-Museum) Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Landpartie – Museen rund um München“.