Ismaning im 20. Jahrhundert

Papier, Ziegel, Kraut

1909 wurde die Eisenbahnstrecke vom Bahnhof München Ost bis nach Ismaning verlängert. Damit trug man der fortschreitenden Industrialisierung Rechnung: mit einer „Emballagen-Papierfabrik“, einer Ziegelei, der Krautfabrik, der Seidl-Mühle mit ihrem Sägewerk und weiteren Handwerksbetrieben hatte sich ein florierendes Gewerbe in Ismaning angesiedelt, dass die neue Verkehrsverbindung nutzte.

1972 wurde die Bahnstrecke als S-Bahnlinie ausgewiesen. Dank einer Bürgerinitiative konnte der Streckenverlauf bei der Erweiterung zur Flughafenlinie in weiten Teilen des Ortsgebietes in den Untergrund verlegt werden.

Das Schloss ist bis heute das historische Zentrum Ismanings

1899 wurde die Stadt München Eigentümer der Schlossanlage und des dazugehörigen landwirtschaftlichen Grundbesitzes. Am 15. November 1919 konnte die Gemeinde Ismaning das Schloss mit seinen Gartenanlagen erwerben. Der Park, ehemals von hohen Mauern umgeben und nur den Schlossbewohnern zugänglich, wurde nach 1919 schrittweise für die Allgemeinheit geöffnet. Im Jahre 1934 zog die Gemeindeverwaltung in einige Räume des Schlosses, seit Mitte der 1950er Jahre wird es ausschließlich als Rathaus der Gemeinde Ismaning genutzt. Zusammen mit dem Schlosspark und seinem denkmalgeschützten Gebäudeensemble bildet das Schloss heute das historische Zentrum des Ortes.

Bis ins 20. Jahrhundert blieb Ismaning trotz der kleinen Industrie ein Bauerndorf. Wichtige Einnahmequelle war der Krautanbau, für den die Ortschaft schon seit Jahrhunderten bekannt war. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich das einstige „Krautdorf“ am Rande des Erdinger Mooses in seinem Erscheinungsbild und seiner inneren Struktur. Auch die Veränderungen in der deutschen Landwirtschaft gingen an Ismaning nicht spurlos vorüber. Zählte man 1914 noch ca. 150 Höfe, so ist die Zahl heute auf 85 Haupt- und Nebenerwerbshöfe zurückgegangen.